Die OU verringert die Studienfächer bei den Naturwissenschaften

Seit einiger Zeit geht es heiß her bei der OU. Die Fakultät für Naturwissenschaften muss im Zuge der ELQ-Kürzungen Geld einsparen und möchte daher die bisher angebotenen „Named degrees“ abschaffen und durch einen einzigen BSc (Hons) Naturwissenschaften ersetzen.

Dies hat natürlich viele aktuelle Studenten auf den Plan gerufen und es haben sich einige hitzige Debatten daraus entwickelt. Zum Hintergrund: Die OU hat zu Beginn dieses Jahrzehnts erstmals die Named degrees eingeführt. Der erste war der BSc Natural Sciences, 2003 kamen dann weitere dazu wie z.B. der Life Sciences oder der Geosciences Degree. Davor gab es im Bereich Naturwissenschaften nur den Open Degree, der ja in Deutschland hauptsächlich dadurch gekennzeichnet ist, dass man ihn nicht kennt, nicht zuordnen kann und demnach auch eher misstrauisch beäugt. Nun zwingen die Finanzen die Fakultät dazu, quasi wieder zu diesem Modell zurückzukehren, aber nur fast.

Denn es wird weiterhin den Open Degree geben, der es ermöglicht, Kurse aus vielen verschiedenen Bereichen miteinander zu kombinieren, ganz nach Geschmack und Laune. Der neue Bachelor Sciences (der neue Name steht noch nicht ganz fest) wird sich auf Kurse aus dem Bereich Naturwissenschaften beschränken und es wird nach wie vor die Möglichkeit bleiben, sein bevorzugtes Fachgebiet zu studieren. Allerdings wird dies dann nicht mehr im Abschluss ersichtlich sein. Somit werden jene, die Physik, Chemie, Biologie und Geowissenschaften studiert haben, alle dieselbe Bezeichnung auf ihrem Abschlusszeugnis stehen haben.

Die Fakultät betont, dass dieser Schritt aus finanziellen Gründen notwendig geworden ist, untermauert aber mit Zahlen, das in den vergangenen Jahren die Anzahl der Absolventen mit Named degrees stark abgenommen hat. Die Allerwenigsten, die Naturwissenschaften an der OU studieren, schließen mit einem solchen Named degree ab. Die meisten entscheiden sich dann doch für den Open Degree, was natürlich auch die Frage aufwirft, warum das so ist.

Meine persönliche Meinung ist, dass einige naturwissenschaftlichen Studiengänge der OU nicht unbedingt ein hohes Ansehen genießen. Dazu gehört sicherlich der BSc Life Sciences, den Praktiker eher als minderwertig ansehen. Dem steht der BSc Physical Sciences entgegen, der vor allem in der Fachrichtung Astronomie einen ziemlich guten Ruf hat.

Laut dem Dekan der Fakultät werden die aktuell angebotenen Studiengänge in dieser Form bis 2012 bestehen bleiben, sodass die meisten Studenten vermutlich genau das bekommen worauf sie bisher hingearbeitet haben. Danach wird es nur noch den Einheitsabschluss geben.

Eine erfreuliche Meldung gab es trotz allem. Die Fakultät plant weitere Masterstudiengänge in verschiedenen Fächern. Da diese ohnehin nicht bezuschusst werden, sind sie nicht von den Kürzungen betroffen. Damit bleibt also die Möglichkeit offen, nach einem Einheitsabschluss eine Spezialisierung durch Masterstudium zu erlangen.

~ von Sonja am 19. Juni 2009.

2 Antworten to “Die OU verringert die Studienfächer bei den Naturwissenschaften”

  1. Aus den mir vorliegenden Unterlagen geht hervor, dass die Beantragung der Named Degrees im Bereich Science seit deren Einführung zugenommen haben. Kannst Du mir sagen, woher Du die Info hast, dass die Beantragung rückläufig sei?

    Da die OU ziemlich die Einzigen in Europa sind, die im Bereich Naturwissenschaften ein Fernstudium anbieten, hat die OU hier ein großes Potenzial verspielt. Immerhin ist es die OU, die bei jeder erdenklichen Möglichkeit sagt, dass sie sich Internationalisieren wollen.

    Auch ist die Frist bis 2012 für viele Teilzeitstudenten zu knapp, um noch den ersehnten Titel zu beantragen.

    • Die Zahlen kann man dem Brief des Dekans entnehmen. Dieser wird wohl an alle Studierenden gegangen sein. Ich hatte ihn auf jeden Fall im StudentHome.

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