A177: Uff

Schwere Kost, die ich mir da gestern und vorgestern zugemutet habe. Zunächst mal habe ich das Pensum wirklich schnell durchgezogen, aber einfach war das nicht. Ich hatte zunächst die Kapitel im McEvoy gelesen, wo grundsätzlich beschrieben war, was Shakespeare als Komödie betrachtete. Anders als man vermuten würde, sind die gemeinsamen Elemente, denen Komödien zugrunde liegen:

  • Tarnung/Verkleidung (z.B. Frau erscheint als Mann auf der Bühne, usw.)
  • Identitätsverwechslung (meist als Folge der Verkleidung)
  • verschmähte Liebe
  • amouröse und/oder Eheprobleme

Beim ersten Hingucken eher nicht so die Auflistung, die ich persönlich zusammengebracht hätte, wenn mich jemand nach den Eigenschaften einer Komödie befragt hätte. Insofern kann man sich auch ausmalen, dass eine Komödie bei Shakespeare auch durchaus traurige und weniger lustige Elemente enthalten kann und hat.

Bezüglich des aktuellen Stückes haben mir die restlichen 37 Seiten Einführung, die ich lesen musste, den Rest gegeben. Es wurde in mühsamer Kleinstarbeit geklärt, wann Shakespeare das Stück geschrieben hat, warum er es vermutlich nicht früher oder später, nicht vor oder nach einem anderen Stück geschrieben hat, welche Quellen er hatte und warum es frauenfeindlich bzw. nicht frauenfeindlich ist. Vor allem letzterer Punkt der vorhandenen oder nicht vorhandenen Frauenfeindlichkeit wurde wirklich bis ins kleinste Detail breitgetreten, sodass ich gar keine Lust mehr habe, alle Argumente hier anzuführen. Stattdessen finde ich, dass das Stück an vielen Stellen sehr lustig ist und wer in der Lage ist, irgendwelche Feindlichkeiten gegenüber Geschlechtern oder anderen identitässtiftenden Merkmalen zu vernachlässigen, dem kann ich das Stück wärmstens ans Herz legen.

Übrigens ist nun auch die DVD, die ich bei Tauschticket angefordert hatte, angekommen. Heute oder morgen abend werde ich mir das noch gönnen, dann geht es weiter im Programm.

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