Zeit zum Rückblick/Wünsche für die Zukunft

Nachdem ich im Moment von allen Studienverpflichtungen befreit bin, habe ich etwas Zeit gehabt, auf meine bisherige Lernerfahrung bei der OU zurückzublicken.

Dabei sind mir sowohl positive als auch negative Dinge aufgefallen. Positiv konnte ich mich z.B. an den Kurs DSE212 erinnern. Auch im Nachhinein bin ich noch überrascht, wie strukturiert, regelmäßig und zielsicher ich beim Lernen vorgegangen bin. Für mich ist damit auch eindeutig klar geworden, dass ich mit der richtigen Motivation, einem attraktiven Ziel vor Augen und interessantem Lehrstoff bzw. persönlichem Interesse wirklich etwas erreichen kann.
Insgesamt positiv blicke ich auch auf den Kurs SD226 zurück. Zugegeben, ich verbinde mit diesem Kurs auch einige negative Gefühle, die sich für mich aber vor allem damit erklären lassen, dass ich nicht die richtige Motivation hatte und das Interesse am Lehrstoff doch recht gering war. Und obwohl ich bei diesen zwei Faktoren einen gewissen Mangel erlebt habe, habe ich den Kurs wirklich ordentlich hinter mich gebracht.

So, kommen wir nun zu den eher negativen Erfahrungen. Dazu zähle ich z.B. den Kurs DZX222. Es handelte sich dabei um ein kollaboratives Online-Projekt. Das Ziel war es, in der Gruppe gemeinsam ein Thema zu erarbeiten, über das jeder für sich alleine einen Bericht schreiben musste. Benotet wurde letztlich der Einzelbericht, allerdings musste dieser mit den Ergebnissen der Gruppe übereinstimmen.
Insgesamt verlief dieses Projekt ziemlich schleppend. Als Kommunikationsplattform diente das OU-eigene FirstClass-Forensystem, weitere „Hilfsmittel“ gab es nicht. Die Betreuung erfolgte durch Tutoren, die regelmäßig mal reinschneiten.

Meine negative Erfahrung gründete sich vor allem darauf, dass eine echte Kollaboration gar nicht stattfand. Obwohl Foren ja grundsätzlich für asyonchrone Kommunikation geeignet sind, war die Anzahl der zu lesenden Beiträge teilweise extrem hoch. Wer nicht zeitnah „am Geschehen“ war, hatte Mühe, das bisher Besprochene nachträglich zu erfassen. Außerdem fanden teilweise auch synchrone (Chat)-Sitzungen statt, an denen nicht jeder teilnehmen konnte.
Schnell kam es dazu, dass sich eine Kerngruppe bildete, die dann als Vorreiter fungierte und Pläne erstellte, an denen nicht jeder mitgearbeitet hatte. Bald sah man sich einem Konzept gegenüber, das man teilweise nicht richtig verstand, weil man dessen Entstehung nicht aktiv miterlebt hatte, und dennoch musste man genau dieses Konzept später (für sich alleine) umsetzen.
Meine Motivation sank, je weniger ich synchron an den Besprechungen teilnehmen konnte. Das Ziel, das die Gruppe anvisierte, war für mich nicht attraktiv und schließlich hatte ich auch kein Interesse mehr, mich aktiv einzubringen, da ich zum gewünschten Thema nicht beitragen konnte – es bewegte sich komplett außerhalb meines Erfahrungsbereiches.

Mir fällt im Nachhinein auch auf, dass ich während des bisherigen Studiums sehr wenige Kontakte zu Mitstudierenden pflegen konnte. Teilweise ist das natürlich über die Ländergrenzen hinweg schwierig, jeder hat seinen eigenen Lernrhythmus und dann bleibt ja auch nicht viel Zeit, sich neben der Arbeit, dem Leben, der Familie und dem Erarbeiten des Stoffs auch noch um die sozialen Kontakte zu kümmern. Ich frage mich dennoch, ob sich nicht wenigstens der soziale Kontakt und das Erarbeiten des Lernmaterials in irgendeiner Form verbinden lassen.

Insgesamt kann ich rückblickend sagen, dass das Studium für mich bisher erfolgreich war. Meine positiven Erfahrungen spornen mich an, weiterzumachen. Allerdings sitzen die negativen Erfahrungen wie Warnschilder im Nacken – und ich habe definitiv vor, aus diesen Erfahrungen zu lernen. Wie ich das genau umsetzen werde, muss ich selbst erstmal herausfinden.

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2 Gedanken zu „Zeit zum Rückblick/Wünsche für die Zukunft

  1. Das Themen teilweise uninteressant sind, das geht mir auch so. Ich sehe es dann immer als Teil einer „ganzheitlichen“ Erfahrung. Meistens mache ich bei solchen Blöcken dann alle 60 Minuten eine Musik- oder Game-Pause.

    Den Kontakt zu anderen Studenten zu finden ist in der Tat etwas schwieriger. Aber dein Weg über einen Blog ist schon goldrichtig. Es schauen doch einige regelmässig bei dir rein. Du hast dadurch wirklich mehr Rückmeldungen als die meisten. Dazu kann ich dann noch die lokale OUSA Gruppe empfehlen. Wir haben ein Mal pro Monat ein Treffen und da gehe ich auch jedes Mal hin.

    Wegen der negativen Erfahrungen nicht weiterzumachen ist sicher nicht der richtig Weg. Du hast schon so viel Zeit und auch Geld da hinein investiert. So blöd es klingt, aber Frustration ist Teil des Lernprozesses. Und ganz allein bist du damit nicht! Also Kopf hoch und weiter 🙂

    • Hallo Lars,

      also, eine „lokale“ OUSA-Gruppe gibt es bei uns nicht mehr. Es gibt wohl einen Stammtisch in München, ist von mir aber drei bis vier Fahrstunden entfernt. Allerdings tut sich wohl auch dort insgesamt wenig. Meine Catchment Area ist München, und dort ist bezüglich OUSA wahrlich tote Hose.

      Ansonsten suche ich eher den Kontakt zu Mitstreitern im jeweiligen Kurs. Natürlich freue ich mich auch über Kontakt über Kurs- und Fachgrenzen hinweg, aber mir wäre es extrem wichtig, mich mit jemandem während des konkreten Kurses auszutauschen. Das kommt einfach zu kurz.

      Ansonsten ist die Pause für mich momentan genau das Richtige. Es schwirren mir viele Dinge im Kopf herum, nicht nur studientechnisch. Und wenn man mal so in Rückstand geraten ist, wie ich das bin – egal aus welchem Grund -, dann macht es wenig Sinn, sich mit Lücken durchzuquälen. Das Scheitern ist vorprogrammiert.

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