Der Gang zum Schafott

… zumindest fühlt sich das Ganze so an.

Morgen ist die Klausur, und ehrlich gesagt kann ich nicht mehr. Jede Faser meines Körpers sträubt sich gegen diese Klausur und das Lernen. Ich habe eine miserable, und dazu noch rekordverdächtig kurze, Vorbereitungsphase für diese Klausur hingelegt. Nicht nur, dass ich quasi nur 2 Wochen zum Lernen hatte – es waren sogar deutlich weniger, weil ich letzte Woche ein paar Tage flach gelegen bin.

Ein bisschen Auftrieb gibt mir die Tatsache, dass ich gestern Abend noch meine letzte TMA benotet zurück bekommen habe. Ich hatte ja mit dem schlimmsten gerechnet, weil ich von vornherein nur das Nötigste an Arbeit reingesteckt habe. Das heißt, ich habe direkt eine Wortzahl von 1800 Wörtern angepeilt (2000 minus der erlaubten 10%). Außerdem habe ich wenig auf Struktur, usw. geachtet. Einfach nur geschrieben und abgegeben. Ich dachte, 60 Prozent reichen vollkommen aus.

Zurückbekommen habe ich 88, und das ist mit einer der besten Noten, die ich im gesamten Studium erhalten habe. 😯

Bleibt nun noch zu hoffen, dass meine Strategie des Lernens auf Lücke aufgeht. Ich habe leider festgestellt, dass in früheren Jahren immer wieder manche Themen gar nicht dran gekommen sind. Ich habe einige Themen gar nicht mehr gelernt (z.B. Kapitel, die ich schon letztes Jahr bearbeitet habe – oder weil sie mir einfach nicht liegen). Ich bin also sprichwörtlich komplett ahnungslos was ein paar prüfungsrelevante Themen angeht. Wenn keine Frage zu Face recognition, Autobiographical memory, Concepts oder Emotion and Cognition gestellt wird, bin ich am Arsch. 😥
(Okay, ein ganz kleines bisschen Language processing kann ich auch…)

In diesem Sinne: Sendet Stoßgebete zum Himmel. Wenn mir der überhaupt noch helfen kann… 👿

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Es ist ein K(r)ampf!

Eigentlich müsste ich schon längst total in der Klausurvorbereitung stecken. Denn, die Klausur findet am 07. Oktober, als in ca. 2 Wochen, statt.

Eigentlich…

Aber ich kann mich nicht motivieren, und das ist auch jetzt, für die Klausurvorbereitung, ein bleibendes Thema. Es wird mal wieder eine Minimalvorbereitung, und wirklich rechne ich nicht damit, dass ich Großartiges vollbringen werde. Ich muss mich wirklich zusammenreißen, denn ICH HABE SO ÜBERHAUPT KEINEN BOCK MEHR! 😦

Ich drücke mir selbst die Daumen.

DD303: Residential School – Rückblick

Es ist schon eine relativ lange her, dass ich die Präsenzwoche in Brighton belegt habe. Mein Beitrag kommt also etwas verspätet.

Ich war vom 19. bis zum 25. Juli in Brighton an der University of Sussex zur Residential School für DD303. Die Hinreise war interessant, da ich ab dem Flughafen Heathrow die weitere Anfahrt nach Brighton per Bus gebucht hatte (National Express). Leider fiel mein Bus aus, sodass ich erstmal von National Express nach Gatwick gekarrt wurde, wo man mir sagte, ich solle doch einfach den nächsten Bus nach Brighton nehmen. Das tat ich auch, allerdings mit über einer Stunde Verspätung.

In Brighton angekommen regnete es leicht und ich musste dann einen Bus finden, der mich bis zur University of Sussex brachte. Das tat ich auch, irgendwie, aber ich hatte keine Ahnung an welcher Haltestelle ich aussteigen musste. Ich war da etwas verunsichert, weil wir auch an der University of Brighton vorbei kamen, und ich schon dachte: „Super, jetzt hast du deine Haltestelle verpasst.“ War aber nicht so. Zufälligerweise fuhr der Bus genau an dem Gebäude vorbei, in dem die Anmeldung zur Residential School stattfand und das durch einen großen OU-Aufsteller gekennzeichnet war. Ich konnte also rechtzeitig aussteigen.

Die Anmeldung verlief problemlos, ich bekam auch relativ schnell meine Schlüssel für das Zimmer, das ziemlich funktional eingerichtet war. Bett, Tisch, Stuhl, ein Schrank, ein kleines Badezimmer mit Toilette und Dusche. Die Fenster konnte man aus Sicherheitsgründen nur einen Spalt weit öffnen, und die Türen durfte man nicht lange offen stehen lassen, weil alle mit Sensoren versehen waren, die nach 20 Sekunden Alarm auslösten. Man konnte die Zimmer also nicht ordentlich lüften, es herrschte immer eine stickige Luft darin, außerdem war es während meines Aufenthaltes richtig warm. Insofern war nachts auch immer schwitzen angesagt. 😦

Was den Ablauf der Residential School angeht, kann ich wirklich nur Gutes berichten – was mich persönlich angeht. Am ersten Abend habe ich mich mit einer anderen Studentin zusammen getan und wir haben direkt am nächsten Tag damit angefangen, unser Projekt auszuarbeiten. Es lief weitestgehend gut. Wir hatten uns für ihr Studiendesign entschieden, dass wir nur leicht abwandelten, um es dann auch in die Tat umzusetzen.

Uns war schnell klar, dass wir beide der Einfachheit halber E-Prime nutzen würden. Das ist eine Software, die speziell für psychologische Tests entwickelt wurde, und automatisch Reaktionszeiten u.ä. misst, die Daten schön in Tabellen ablegt, sodass man am Ende alles fertig auf dem Rechner hat. Etliche andere Gruppen arbeitete noch mit Papier und Stift und mussten ihre Ergebnisse am Ende händisch in den PC eingeben.

Ich kann wirklich nur Positives von meiner Kollegin berichten. Wir wollten beide, dass es so gut wie möglich läuft, wir waren uns einig, wer was macht und dass wir die Zeit so gut nutzen würden, wie es eben ginge. So kam es auch, dass wir immer ein bisschen schneller waren: Wir fingen eher damit an, echte Testdaten zu sammeln (während die anderen noch Probedurchläufe machten), wir hatten auch schon nach etwas mehr als der Hälfte der Zeit die minimale Anzahl an Teilnehmern zusammen.

Am Schluss hatten wir auch noch jede Menge signifikanter Ergebnisse zusammen, sodass ich wirklich sagen kann: Von der Umsetzung, der Zusammenarbeit und dem Lerneffekt her war das ein richtiger Erfolg.

Einzig die Hitze hat mir zu schaffen gemacht, ich konnte sehr schlecht schlafen und war dann am Ende der Woche sehr ausgepowert. Alles in allem würde ich es aber wieder tun.

Eine negative Begebenheit muss ich aber noch erzählen: Wir waren ungefähr 10-12 Studenten, die einer Tutorin zugeordnet waren. Die meisten Studenten arbeiteten in Zweiergruppen, es gab auch zwei Dreiergruppen. Wir bekamen alle einen eigenen Raum mit PC und einer Pinnwand und arbeiteten weitestgehend losgelöst voneinander. Am Ende des Tages traf man sich zu einer abschließenden Besprechung im Tutor-Raum, allerdings nur um kurz den Stand der Dinge in der eigenen Gruppe darzustellen. Und dann ging man wieder auseinander.
Eine andere Studentin, die in Deutschland wohnt, sprach mich nach ein paar Tagen an, dass sie vollkommen fix und fertig sei, weil ihre Partnerin das komplette Projekt an sich gerissen hatte und ihr nicht einmal die Daten in die Hand gab. Sie benutzte sie eher als Gehilfin, verlangte von ihr Sachen, ohne dass sie selbst Einfluss auf den Verlauf des Projektes hatte. Sie wusste nicht mehr weiter und hatte Angst, die Residential School ohne Resultate zu verlassen. Wir gingen dann gemeinsam zur Tutorin, um das Problem zu lösen. Und es ging dann auch gut aus. Aber mir zeigt dieses Beispiel auf, dass es nicht zwangsläufig gut laufen muss. Es kommt immer auch ein bisschen darauf an, mit wem man eine Gruppe bildet. Und man weiß selten vorher, wie die Leute ticken.

Es lohnt sich also, rechtzeitig um Hilfe zu bitten, wenn man das Gefühl hat, dass irgendwas in der eigenen Gruppe schief läuft.

DD303: TMA06-Entscheidung

Ich hatte letztes Wochenende eine Fortbildung, weswegen ich mit meinem Lernplan nicht ganz so weit gekommen bin wie ursprünglich erhofft. Jetzt bin ich aber so weit, mich für eine Fragestellung (aus zwei gestellten) für TMA06 zu entscheiden.

Obwohl das zweite Thema nicht uninteressant ist (Haben sich die Anwendung kognitiver Gedächtnistheorien positiv auf die Verbesserung von Zeugenaussagen ausgewirkt?), entscheide ich mich – und das trotz des furchtbaren Papers – doch für Option 1: den Unterschied im Problemlöseverhalten von Experten und Anfängern, vornehmlich am Beispiel von Schachspielern.

Ich werde mich daher nochmal durch das Paper quälen müssen (aber nur durch ausgewählte Bereiche), außerdem suche ich mir selbst noch ein oder zwei Papers zum Thema heraus. Vielleicht machen die das Leben etwas leichter. Diese Woche ist noch für Recherche reserviert, nächste Woche wird dann geschrieben. 😉

DD303: Plan eingehalten, nächste Aufgabe in Angriff nehmen

Meine erste Woche nach Einführung des Planes ist gelaufen, und sie ist weitestgehend gut verlaufen.

Das Thema war spannend (Problemlösestrategien), wobei sich das alles im Nachhinein doch als eingeschränkter dargestellt hat, als erwartet. Es ging im Kern nicht so sehr darum, welche Strategien wir beim Probleme lösen einsetzen (was ja dann auch ein bisschen abhängt von den Problemen, die sich uns darstellen), sondern um den Unterschied zwischen Experten und Anfänger. Es ging dabei vor allem um Schachspieler, und worin diese sich unterscheiden (Großmeister, erfahrener Spieler, Anfänger).

Ich fand das Thema so spannend, dass ich fast schon entschieden hätte, die TMA darüber zu schreiben. Dann kam aber der dazu gehörige Fachartikel, und der war einfach nur BOOOOOOOOORRRRRRRRRIIIIIIIIIIINNNNNNNNNNNNNGGG!!!!!!!!!!!!! 🙄

So bleibe ich jetzt erstmal am Plan dran und bearbeite das nächste Kapitel plus Fachartikel, und entscheide dann erst, welches der beiden Themen ich in der TMA bearbeite.

Es ging nichts voran, also musste ein Plan her

Tja, ich wollte doch irgendwann mal, am Anfang dieses Jahres, bis spätestens Ende März TMA06 abgegeben haben, um mich anderen Dingen zu widmen.

Das war ein hehrer Wunsch. Passiert ist nichts. Da mir langsam klar wird, dass ich

  1. diese TMA einreichen muss
  2. ein Projekt für die Residential school ausarbeiten muss
  3. im Anschluss an die RS das Projekt als TMA05 niederschreiben
  4. und – zu guter Letzt – auf die Klausur lernen und diese auch schreiben muss

habe ich heute einfach mal einen Plan aufgestellt, wie das aussehen könnte, wenn ich gleich heute anfangen würde damit das zu tun, was getan werden muss. 😀

Der sieht ungefähr so aus: Lernplan DD303

Immerhin ist mir jetzt klar, was genau ich tun muss. Als erstes steht Kapitel 11 an, ungefähr 30 Seiten zum Thema Problemlösestrategien. Dürfte in der vorgesehenen Zeit machbar sein.

Nachtrag: Der obige Plan ist übrigens ein detaillierter Plan für den Rest des Moduls, also inklusive Residential school und Klausurvorbereitung.

Werbung für die OU – Eine gute Idee?

Vor einiger Zeit erhielt ich eine E-Mail eines OU-Mitarbeiters, in der er mich bat, hier auf meinem Blog quasi Werbung für die OU zu machen. Er gab mir einen Link und wollte, dass ich diesen hier auf meinem Blog platziere. Im Grunde sind auf dieser Seite nur die Kontaktdaten für die OU für deutsche Studenten zu finden, ein paar Testimonials deutscher Studenten und noch einige andere Infos.

Ich habe mir die Seite kurz angesehen, mich dann aber doch entschieden, hier nichts zu veröffentlichen. Und ehrlich gesagt wollte ich mich dann auch nicht weiter dazu äußern. Ein paar Tage später konnte ich dann auf dem Blog tenpencepiece.net sehen, dass die Anfrage durch die OU dort Früchte getragen hat: Der Blog-Betreiber hat den Link veröffentlicht.

(Das ist keine Kritik. Es steht jedem Blog-Betreiber frei, selbst zu entscheiden, was veröffentlicht wird und was nicht. Und ich respektiere Tims Entscheidung, dass er den Link veröffentlicht hat.)

Ich hatte an der Stelle das Thema Werbung für die OU abgehakt. Vor ein paar Tagen dann fragte der Mitarbeiter nach, ob ich seine erste Mail überhaupt gelesen hatte. Das fand ich schon arg nervig, aber ich sah ein, dass ich ihn ganz ohne Antwort nicht los werden würde. Also schrieb ich ihm folgende Zeilen:

Hello X,

Yes, I did receive your previous e-mail. However, after some consideration I have decided not to advertise the OU on my website. First of all, most people coming to my site are already OU students and either know the site you have mentioned or they do not search for this kind of information.

Secondly, after having studied with the OU for such a long time, and having experienced various ups and downs, I do not feel like recommending the OU to European students. I believe that there are better options out there for them to try.

Kind regards,

Ich stehe zu meinem Standpunkt und glaube, dass die Optionen – vor allem im Masterbereich – an anderen Fernhochschulen in Großbritannien besser sind als an der OU. Zumal die OU in manchen Fachbereichen gar keine Angebote mehr hat (Social Sciences im postgradualen Bereich). Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass die immensen Kostensteigerungen bei der OU in keinem Verhältnis zum Angebot stehen, zumal immer mehr Kurse als reine Online-Kurse angeboten werden, also auch keine schriftlichen Materialien mehr versandt werden. Obwohl die OU sich gerade bei der Wissensvermittlung enorm viel Mühe gegeben und hervorragendes Lernmaterial herausgegeben hat, das didaktisch kaum zu toppen ist, ist sie meines Erachtens gerade dabei, den guten Ruf zu zerstören, den sie über Jahre hinweg aufgebaut hat.

Tatsächlich bin ich soweit, Studieninteressierten die University of London zu empfehlen, selbst wenn dort in manchen Fächern nur reine Leselisten herausgegeben werden, was ja nun so gar nichts mit Didaktik zu tun hat.