Bereits Mitte letztes Jahr machte die Meldung die Runde, dass die OU die Anzahl an naturwissenschaftlichen Studiengängen verringern würde. Damals war das nur ein erster Hinweis, wie man mit den fehlenden ELQ-Geldern umzugehen gedenkt. Nun hat die Fakultät Nägel mit Köpfen gemacht und ein erstes Konzept erstellt, das der OU-Leitung bereits zur Absegnung vorliegt.
Aussehen wird es so, wie im Vorfeld angedeutet: Die bisher mit einer eigenen Bezeichnungen versehenen Studiengänge Life Sciences, Geosciences, Environmental Science, Molecular Science, Natural Sciences, Physical Science und Health Sciences werden unter einem einzigen Abschluss mit der Bezeichnung BSc Natural Sciences vereinigt. Die OU plant auch, mehr fächerübergreifende naturwissenschaftliche Kurse anzubieten, die dann für alle gleich sind, egal ob sie sich eher in Richtung Biologie, Physik, Chemie, usw. spezialisieren werden. Diese Spezialisierung soll laut der Ankündigung des Dekans durch die entsprechende Kurswahl weiter möglich sein. Es wird dann aber nur auf dem Degree transcript ersichtlich sein, welche Richtung man studiert hat. Die Abschlussbezeichnung an sich wird keinen Hinweis auf die Spezialisierung enthalten.
Im Brief des Dekans wird dies alles sehr beschönigend dargestellt, z.B. dass Studierende auch weiterhin auf ihre Spezialisierung hinweisen können, indem sie das Degree transcript ihrer Bewerbung beilegen (oder auf ihre Spezialisierung hinweisen). Außerdem betont der Dekan, dass die praktische Ausbildung durch entsprechend neu zu entwickelnde (bzw. bereits in Entwicklung befindliche) Kurse erhalten bleiben soll, obwohl damit im Grunde nur gemeint ist, dass sich die Zahl der Residential schools verringern wird, was neben der Reduktion der Gesamtkurszahl zur finanziellen Entspannung beitragen soll.
Was der Dekan nicht ganz bedacht hat oder bewusst unter den Tisch fallen lässt, ist die Tatsache, dass es Gründe gibt, warum einige Absolventen lieber einen Abschluss mit Fachbezeichnung haben wollen als einen nichtssagenden Einheitsabschluss. Der Grund liegt hauptsächlich darin, dass die Anerkennung des Berufsverbandes nur an diejenigen geht, die auch den “richtigen” Abschluss haben.
Es gibt zwar für aktuelle Studierende die Möglichkeit, noch die ‘alten’ Abschlüsse zu erlangen, allerdings wird Ende 2013 damit Schluss sein. Wer also jetzt, oder erst vor kurzem, mit dem Studium begonnen hat und sich nicht sputet, wird sich möglicherweise mit dem ‘neuen’ Abschluss zufrieden geben müssen.
Ich persönlich denke, dass die Zulassung durch die OU nur noch eine Formalität darstellt. Ob das der Schritt in die richtige Richtung ist, kann ich im Moment nicht sagen. Ich denke nicht, dass die Welt davon untergehen wird, zumal einige der naturwissenschaftlichen Abschlüsse der OU ohnehin keinen so tollen Ruf genossen haben. Andererseits gab es zwei, drei Bereiche, in denen die OU wirklich Anerkennung erfahren hat (z.B. Geosciences oder auch Astronomy). Welche Auswirkungen diese Änderungen auf die Fachbereiche haben werden, wird sich nun zeigen müssen.

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